2 Globetrotter in La Paz

DSCF3667La Paz.. Laut vielen Homepages eine der wohl gefährlichsten Städte in Südamerika. Es wird vor zahlreichen Entführungen speziell durch Taxifahrer gewarnt. Überfälle, bei denen sogar die ganze Kleidung abgenommen wird, um sicher zu stellen, dass auch alles erbeutet wurde, sind keine Seltenheit.. Doch eines müssen wir zu all den Gerüchten sagen: Wir haben uns hier, sowie in jeder anderen Stadt, sehr sicher & wohl gefühlt. Die Leute sind freundlich, das Essen billig und fast keiner kann Englisch. So stellt man sich einen reibungslosen Aufenthalt vor 😉

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Hostel

Die ersten 4 Nächte verbrachten wir in einem absoluten Party-Hostel. Tagsüber war tote Hose, doch nachts ging die Post ab. Im Stiegenhaus hörte man die Leute singen, gegen andere Zimmertüren hämmern (wahrscheinlich die der Mädchen) und natürlich auch poltern. Der DJ schien nicht sehr einfallsreich zu sein, denn jeden Abend ertönte die selbe Playlist. Bereits nach der 2. Nacht wussten wir, dass immer um 22:43 Like Glue von Jean Paul gespielt wird.

Essen

Bezüglich Essen waren wir erst sehr zurückhaltend, denn einige Leute erzählten uns von Lebensmittelvergiftungen, Salmonelleninfektion oder starken Bauchschmerzen. Kein Wunder wenn das rohe Fleisch und sämtliche andere Lebensmittel die in den Kühlschrank gehören, direkt auf der Straße auf einem kleinen mit Stoff überzogenen Tisch verkauft werden. Aus diesem Grund entschieden wir, den Supermarkt um die Ecke auf zu suchen. Irgendwie hatten wir aber nach langem wieder das Bedürfnis nach einer ordentlichen Mahlzeit anstatt nur Brot und Wasser und orientierten uns nach dem Tripadvisor. Er führte uns in ein nettes kleines 3-Stöckiges Restaurant mit einer Raumhöhe von 1,60 Metern. Ich bestellte mir einen Burger mit Pommes und Corinna einen orientalischen Salat mit Falafel, beides zusammen für umgerechnet 10 €.Das Essen schmeckte vorzüglich, doch das Interesse am traditionellem Straßenessen blieb erhalten.

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DSCF3658DSCF3662 (2)Wir mussten es einfach probieren, worauf wir doch noch über unseren Schatten sprangen. Es ist super! Lasst euch das keinesfalls entgehen. Die blauen Container, von denen ich dachte, sie werden als Müllsammelstelle benutzt, öffnen abends ihre Luken und verkaufen Fastfood ohne Ende. Für mich öffnete das Paradies seine Pforten. Hot Dogs, Hamburger, sowohl auch Bolivianisches für nur 60 Cent und 190 ML Colas für 14 Cent . Das Überleben war gesichert und die Bedenken hinfort. Hat das Fleisch erst einmal die Fritteuse, oder eine heiße Bratplatte geküsst, interessiert mich nicht mehr, was davor war. Im Gegensatz zu Europa ist es in Bolivien üblich, dass sich die Leute vor diesen Buden treffen und gemeinsam auf der Straße zu Abend essen.

 

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DSCF5155DSCF5152Straßen und Viertel

In La Paz scheint es für jeden Bedarf eine spezielle Straße zu geben. So war zum Beispiel bei unserem Hostel die Straße der Blindschleichen. Wir zählten 18 Optiker auf 100 Meter. Eine andere Straße wiederum hat sich auf Wandfarben spezialisiert. Wieder eine andere auf Körperpflegeprodukte, Obst & Gemüse, Nüsse und Trockenfrüchte oder einfach nur Süßwaren wurden direkt auf der Straße Verkauft. Die Frauen und Männer teilweise auch Kinder saßen am Straßenrand und verkauften Ihre Produkte. Am späten Abend wird dann alles wieder eingepackt und nach Hause transportiert. Verblüffend wie Sie sämtliche Produkte, Lebensmittel oder auch Kinder in dem Tuch einwickeln und Transportieren.

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DSCF4837 DSCF5347Der mit Abstand schönste Stadtteil, war für uns der Hexenmarkt. Eine sehr schmale Straße, auf der sich links und rechts Unzählbar viele Shops mit den selben Produkten konkurrieren. Alle verkauften typisch Bolivianische Kleidungsstücke. Eines farbenfroher und schöner, als das andere. Wir konnten nicht wiederstehen eine Decke und Hängematte für 14 € zu kaufen. Beides hätten wir schon mehrere Male brauchen können. Corinna holte sich dann später noch einen Pullover da es auf 4000m höhe doch recht kalt werden kann =)

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Wir waren auch sehr gerne Abend´s unterwegs da sich ab ca. 17:00 Uhr die Straßen anfangen zu füllen. Durch die hügelige Stadt hatte man einen Traumhaften Ausblick auf die andere Seite. Die ganzen Lichter ließen die Stadt in einer romantischen Stimmung erhellen.

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DSCF3672 Mit der Seilbahn über La Paz

DSCF4765Die Firma Doppelmayer ließ 3 Seilbahnen in La Paz errichtet. Beim betreten kann man die Qualität förmlich spüren und wir bekamen sofort das Gefühl, dass wir unsere Winterausrüstung inkl. Ski & Snowboard irgendwo liegen gelassen habe. Wir gondelten mit der Grünen Seilbahn über einen Teil von La Paz und zurück. Durch diese grandiose Aussicht wurde uns die Größe der Stadt erst richtig bewusst. Wir entschieden uns aus Zeitmangel nicht für die Gelbe Bahn, welche gleich im Anschluss weiter führen würde, sondern nahmen den Bus zu der Roten. Sie verbindet den ärmsten Bezirk, El Alto mit dem Rest der Stadt. Am Anfang der Fahrt gondelt man über einem riesigen Friedhof, welcher hunderten von aneinandergereihten DSCF4822Wohnanlagen ähnelte. Irgendwie unheimlich wenn man sich vorstellt dass man zwischen Meter Hohe Gebäude herum läuft die mit lauter Urnen gefüllt sind… Dann ging es über zahlreiche kleine Häuser, bis zu einer Felswand, über der sich eine Hauptverbindungsstraße befindet. Bei genauerem Hinblick konnten wir unter der Straße in einer Felsspalte ein zerquetschtes Auto entdecken. Sofort türmten sich Fragen über Fragen, wie: „Hat das überhaupt jemand bemerkt?“ oder: „Ist die Bergung zu teuer?“ und: „Sitzt da noch wer drinnen?“. Das werden wir wohl nie erfahren!

 

Oben angelangt genossen wir den Ausblick über die komplette Stadt, machten ein paar Fotos und fuhren wieder zurück. Doppelmayer hat den Aussichtspunkt sehr gut platziert. Es ist nahezu unmöglich ein Foto zu schießen, ohne zumindest ein Teil einer Gondel auf dem Bild zu haben.

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