3 Day Salt Flat Tour – Uyuni

Die Spiegelungen im Salzsee waren so stark, dass der Übergang vom See zum Himmel kaum mehr ersichtlich war. Wie alle anderen versuchten auch wir dieses Spektakel auf die bestmöglichste und unterhaltsamste Weise zu fotografieren. Vor lauter Eifer habe ich mir dabei beide Handflächen verletzt, sodass es von Schnitten und Blut nur so wimmelte. Dazu kommen wir aber später.

DSCF6333In Uyuni angekommen war uns beiden klar, dass es nichts, außer die 3-Tages-Tour gibt und machten uns sofort auf die Suche nach dem geeigneten Reisebüro. Da standen wir also, 2 Touristen mit keinerlei Informationen, bis auf den Namen und wühlten uns durch 100 Reisebüros. Hätten wir nur vorher gewusst, dass es viel Auswahl gibt.. Einige Leute konnte ich nach gerade beendeter Tour abfangen und befragen. Die Preise variierten zwischen 90 und 200 Euro, was die Entscheidung nur noch schwerer machte. Letzten Endes orientierten wir uns nach einer Tour, die das edelste Schild, die schönsten Visitenkarten und einen annehmbaren Jeep hatte. Um 10:30 trafen wir uns mit 4 anderen vor dem Reisebüro. Diese Art von Tours finden wegen Platzgründen maximal zu 6. inkl. eines nur spanisch sprechenden Guides statt. Unserer hieß Bernardo. Zu unserem Glück war eine Peruanerin dabei, die sich für die restlichen Teilnehmer jede noch so kleine Übersetzung zur Aufgabe machte.

Den ersten Halt machten wir am Friedhof der Züge. Im Grunde genommen ein Haufen bis zu 150 Jahre alter Altmetallgebilde. Es wimmelte so von anderen Touren, dass es beinahe unmöglich war ein Foto ohne fremde auf dem Bild zu schießen. Ich konnte es nicht lassen und begann auf und in den Zügen herum zu klettern. Irgendwie wurde bei mir das Kind im Manne geweckt 🙂

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DSCF5381DSCF5368Wenige Minuten später fuhren wir weiter in Richtung Salzsee. Wie bei den Meisten Touri-Atraktionen wird davor aber noch in einer vollkommen überteuerten Shoppingstraße angehalten. Normalerweise fällt immer jemand darauf rein und kauft sich einen Poncho um das Dreifache, aber diesmal gingen sie leer aus. Nur 100 Meter weiter war es dann so weit. Der Übergang in den Salzsee war gut zu sehen. Die Oberfläche spiegelte und glänzte gleichzeitig. Millionen von kleinen Salzkristallen ragten durch die Wasseroberfläche und verliehen dem ganzen etwas Majestätisches. DSCF5417 DSCF5421Bernardo erklärte, dass wir für die Spiegelungen zur falschen Saison gekommen sind und diese wahrscheinlich nicht zu sehen bekommen werden. Eine düstere Stimmung brach aus und jeder begann sich darüber zu ärgern. Es musste eine Stelle geben, der See ist so groß, irgendwo ist sicher mehr Wasser. Und da begann Bernardo abermals zu erklären. Wenn wir auf den Besuch der Insel verzichten, könne er uns zu einer spiegelnden Stelle fahren. Nach dieser Aussage war jede Diskussion hinfällig. Alle antworteten sofort mit ja und wir machten uns auf den Weg.

DSCF5412Der Salzsee hat eine Fläche von 10.580 km² und wird von einer bis zu 30 Meter dicken Salzkruste bedeckt. Über die Tiefe lässt sich scheinbar streiten, aber sie sollte zwischen 72 und 121 Meter variieren. Insgesamt fuhren wir über 6 Stunden mitten durch den See und bekamen eine stetig wechselnde Oberfläche zu Gesicht. Teilweise war der Boden so trocken, dass die Salzüberreste tausende große Hexagons bildeten. Es glich einem riesigen Teppich aus weißen Spinnenwaben. Jetzt konnte ich mir auch gut vorstellen, warum bei einer anderen Tour der Guide während dem fahren eingeschlafen ist. Bemerkt hatte es die Gruppe erst, als er begann einen großen Kreis zu fahren.

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Da war sie also, die Stelle, auf die wir alle gewartet haben. Kein Auto weit und breit in Sicht, aus weiter Ferne konnte man gerade noch wenige Berggipfel sehen und eine Oberfläche, wie sie dem Himmel nicht ähnlicher sein könnte. Mit Hilfe der Spiegelungen sind sehr viele schöne Fotos entstanden. Bei einem machte ich einen Handstand und vergaß dabei die Salzkristalle unter der wenigen Millimeter dicken Wasserschicht. Nach dem 3. Handstand riss ich mir beide Handflächen auf. Niemand vergisst den Schmerz einer offenen Wunde in Salzwasser.. Natürlich ging ich sofort die Hände desinfizieren und blieb fortan auf den Beinen. 😉

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Mit der Spiegelung und dem Wetter hatten wir Glück, denn je später es wurde, desto mehr Wolken zogen auf. Leider bekamen wir dadurch den Sonnenuntergang nicht wirklich zu sehen aber unser Tag war gerettet.DSCF5727

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Die erste Nacht verbrachten wir in einem Hotel vollkommen aus Salz errichtet. Wände, Stühle, Tische, Böden, ja sogar das Bettgestell war aus Salz. Es war ein wenig kalt, sodass wir uns zusammen unter eine Bettdecke und unter den Schlafsack kuschelten.

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Tag 2

Morgens um 7, mit Rückenschmerzen und beinahe abgefrorenen Zehen legten wir die Decken Schicht für Schicht auf die Seite. Es wurde Zeit fürs Frühstück, oder naja, wie auch immer man das nennen sollte. Bernardo ließ nicht viel Zeit verstreichen und blies wenig später zur Weiterfahrt.

DSCF6334Bis zum nächsten halt gab es außer die trockene Landschaft und mehrere wenig befahrene Wege nichts zu sehen. Wir befanden uns mitten in der Chiguana Wüste und nirgendwo war auch nur eine Menschenseele in Sicht. Wer hier eine Panne hat, der kann nur hoffen, dass die anderen Touren noch nicht vorbei gefahren sind, sonst wird es eine sehr kalte Nacht.

Als auf der rechten Seite einige Gesteinsformationen zu sehen waren, machten wir halt. Die Steine selbst erregten nicht viel Aufsehen, aber der noch immer rauchende Erzeuger dahinter umso mehr. Der Vulkan trägt den Namen Ollague und ist über 5800 Meter hoch. Zu gern wäre ich hoch gewandert, nur um einen kleinen Blick ins Innere zu wagen. Leider fehlte dafür die Zeit, oder.. war es doch nicht erlaubt? Ich habe nicht alles verstanden, was Bernardo zu meinem Vorschlag sagte.

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Und wieder wurden alle zusammengetrommelt, um die Weiterfahrt antreten zu können. Dieses Mal schienen wir das Advanture-Paket zu bekommen, denn es ging auf und ab, über Stock und Stein, zwischen schmalen Passagen hindurch und wieder zurück in die endlose Wüste. Spätestens hier begann sich mein Magen das erste Mal zu melden. Es fühlte sich an, als würde mich jemand am Kopf und an den Füßen packen und ununterbrochen durch schütteln. Off-road macht Spaß, aber nach einer Stunde hatte ich dann aber auch genug davon.

Zum Glück kamen wir dann auch endlich bei den Andeans Lagunen an. Zu tausenden tummelten sich die Flamingos in der nur wenige Zentimeter tiefen Lagune. Rundum war alles voller Schlamm, sodass wir bei dem Versuch ein paar Nahaufnahmen zu ergattern beinahe eingesunken währen. Ein Kollege, der uns folgen wollte stand bis zum Waden tief im Schlamm.

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An diesem Tag bekamen wir noch andere wunderschöne farbenfrohe Lagunen zu sehen, von denen ich leider den Namen, und auch die Reihenfolge vergaß.

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Später gab es wieder etwas zu essen und wir spielten mit den anderen Teilnehmern eine Runde Tutto. Wer das nicht kennt, der hat echt etwas verpasst. Egal wie stark die Sprachbarriere auch sein mag, auf Glücksspiele steht doch jeder und dieses ist auch leicht zu erklären. In diesem Hostel wurden keine Einzelzimmer angeboten und so mussten wir alle die letzte Nacht in einem 6 Betten Zimmer verbringen. Natürlich war es die Pflicht, der Statistik wegen, von einem zu schnarchen 😉

Tag 3

Mit dem Polsterabdruck im Gesicht, saßen wir zu unserer Verwunderung schon im eiskalten Auto. Die Heizung schien nicht zu funktionieren, sodass jeder nur so bibberte. Was ist passiert? Wieso sind wir schon unterwegs? Irgendwie schien ich die letzten Minuten verpasst zu haben. Als ich nach der Zeit fragte, stimmte die Runde grummelnd ein: 05:00 Uhr. Da dämmerte es mir allmählich. Bei der Buchung wurde uns im Büro erklärt, dass wir am letzten Tag um 04:30 auf stehen müssen, weil nur so die Temperaturunterschiede bei dem Geysir hoch genug sind, sodass wir das Naturschauspiel bewundern können.

In diesem Moment stellte Bernardo den Motor ab und sagte: „Vamos“ was so viel hieß, wie: „Los geht’s.“ Und schon standen wir mit 20 anderen Touristen neben einem 10 Meter hohen Strahl aus zischend heißer Luft. Einer der Guides hatte eine Wasserflasche hineingeworfen, welche anschließend hin und her tänzelte. Als ich mich etwas näherte, war im Boden ein 15 Zentimeter dickes Rohr aus dem der Strahl zischte deutlich erkennbar.

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DSCF6223 Nur wenige Meter weiter befanden wir uns vor den brodelnden Wasserlöchern. Überall quoll der Dampf nur so in die Höhe. Die Temperatur des Wassers war um die 200 °C und gerade ein Tag zuvor rutschte ein Tourist mit dem Fuß in eines der Löcher und holte sich starke Verbrennungen. Aber wir müssen zugeben, dass es sehr verlockend ist näher hin zu gehen. Das dunkelblaue Wasser fesselte die Leute irgendwie. Dennoch blieb keiner länger als nötig trotz defekter Heizung außerhalb des Wagens.

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Nächster Halt, die 35 °C heißen Quelle. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr wir uns auf diese Quelle gefreut haben, denn mitten in der Wüste standen uns weder eine heiße Dusche noch ein warmes Bett zur Verfügung. Zudem ist es in einer Höhe von 5000 Metern so früh morgens sehr kalt. Die Außentemperatur war so kühl, dass ich und 2 andere uns entschieden darauf zu verzichten. Für mich schien es mehr ein Boxenstopp, als ein gemütliches Bad zwischendurch zu sein. Für Corinna hingegen war es ein, wenn auch nur kurzer Moment zum Entspannen, sich auf zu wärmen und den Sonnenaufgang zu genießen.

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DSCF6266 DSCF6288Aufgewärmt und gut gelaunt, ging es nun in Richtung Gesteinsformationen, die durch einen längst vergangenen Vulkanausbruch entstanden sind weiter. Wir kletterten, machten Fotos, hatten Spaß und ließen uns von der Umgebung beeindrucken.

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DSCF6137 DSCF6140DSCF6125 DSCF6124Wieder zurück im Auto und nach wie vor auf über 5.000 Meter Höhe kamen wir zu 3 verschiedenen Lagunen, eine rot, die andere blau / grün und eine weiß. Wegen dem Toxischen Wasser waren sie alle vollkommen ohne Leben.

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DSCF6159Anschließend fuhren wir 2 Teilnehmer zur Chilenischen Grenze und verabschiedeten uns von ihnen. Corinna, ich und ein junges Paar hatten hingegen noch 7 Stunden Fahrt auf dem Kiesweg bis zurück nach Uyuni vor sich. Der Dame schien es sehr schlecht zu gehen, denn sie klagte schon seit längerem über starke Übelkeit. Wenig später fing es auch bei mir an. Alle 30 Minuten mussten wir Halt machen. Bernardo versuchte die Zeit immer wieder ein zu holen, denn so schnell wie jetzt fuhren wir vorher nie. Es rüttelte uns wie in einer Waschmaschine im Schleudergang durch.

Von Stunde zu Stunde ging es mir schlechter, wodurch Corinna mich schlussendlich sogar beim Gang zur Toilette stützen musste. Zurück in Uyuni angelangt war ich total dehydriert und wir ließen uns direkt ins Krankenhaus bringen. Eingewiesen wurde ich mit Verdacht auf eine Salmonellen Infektion die sich letzten Endes als Gastroenteritis herausstellte. 3 Tage und etliche Infusionen später, war ich wieder halbwegs auf den Beinen. Interessanterweise hatten wir mit dem Straßenessen keinerlei Probleme, doch das Essen einer 3-Tägigen Touristentour zwang mich in die Knie… Die genaue Ursache ist nach wie vor unklar, doch der behandelnde Arzt vermutete, dass es am Essen lag. Nun konnten wir unsere Reise mit ein bisschen Vorsicht gesund und munter fortsetzen. 🙂

DSCF5840 Noch ein par Impressionen unserer 3 Tages Tour:

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