Hippo’s, Liebestunnel und der Straußenritt

Während einem kurzen Zwischenstopp in Saint Lucia buchten wir eine „Hippo and Croc Boat Safari„. Die Erwartungen waren wie immer sehr hoch. Ich stellte mir große hungrige Krokodile vor, die zähnefletschend auf unsere Vorbeifahrt gewartet haben, doch es kam ganz anders. Kaum ins Boot gestiegen erzählte der Guide, dass wir, sofern niemand ins Wasser hüpfen will, keine Krokodile zu sehen bekommen werden.

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Alleine diese Aussage ließ die Illusion etwas erleben zu können vollkommen verblassen. Bis auf ein paar Hippos, die sowieso immer wieder zu sehen waren und einige Vögel gab es nichts. Solltet ihr einmal so eine Tour machen wollen, dann bucht das kleinstmögliche Boot, denn in den großen bekommt man nicht viel von den Tieren mit.

Nach ein paar verregneten Tagen und einigen Nächten bei Couchsurfern geht es nun im wunderschönen, heißen und sonnigen Oudtshoorn weiter. Es war an der Zeit endlich wieder etwas zu unternehmen. Wer möchte schon Fotos von verregneten Stränden und Orten ;-).

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Cango Cave Adventure

Jeder von euch hat bestimmt schon eine Höhlenführung gemacht und kennt das Gefühl, mit flauem Magen eine kühle, feuchte und dunkle Höhle zu betreten. Den Wind, den man beim hinein gehen verspürt, die seltsam riechende Luft im inneren, die stetig höher werdende Luftfeuchtigkeit und und und

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Wir dachten uns, Schluss mit der Rede von Stalakmiten-, -titen und -naten. Vorbei mit den Kosenamen irgendwelcher Gesteinsformationen. Aus zu großen Gruppen, die durch eine kleine Höhle geführt werden..

Die Adventure Tour in den Cango Caves musste her. Kurz und knapp hieß das die ersten 10 Minuten mit einer großen Gruppe von circa 50 Leuten in eine Tropfsteinhöhle zu laufen, etwas Zeit in einer riesigen Halle verbringen, in der früher sogar Konzerte stattfanden und die restliche Zeit im Blitzlichtgewitter auszuharren.

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Dann aber fing der Spaß erst an. Wir und 10 weitere wurden von der Gruppe getrennt und machten uns auf den Weg tiefer in die Höhle hinein. Es ging einige Treppen hoch, runter und wieder hoch, bis wir endlich an dem Teil angekommen sind, auf den jeder gewartet hatte, die erste Stufe mit dem Start der Adventure – die 4 Tunnel.

Der 1. Tunnel, „Lumbago Alley„, erwies sich noch als recht einfach, er ist 1,20 cm hoch und zieht sich kurvenreich 85 Meter tiefer in die Höhle hinein. Hier ging es noch sehr zügig voran.

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Der 2. Tunnel wird „Tunnel of Love“ genannt, weil er sich von 74 cm bis zu einer Breite von 30 cm zusammen zieht. Er ist zwar nur wenige Meter lange, aber dennoch schaffte es eine Frau darin stecken zu bleiben. Sie musste 11 Stunden darin verharren, bis sie geborgen werden konnte. Wer Platzangst hat, ist hier am falschen Ort.

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Den 3. Tunnel, nannten sie „Devil´s Chimney„. Da standen wir nun. 10 Leute, eine kleine Halle und kein Weg weiter. Nach einer Weile zeigte der Guide auf ein kleines Loch in einer Ecke. Es sah aus, als würde nicht mal ein Hund durch passen und hier sollen wir durch??? Bei diesem Anblick wird einem doch etwas mulmig und man merkte, dass jeder ein wenig nervös war. Ich steckte den Kopf hinein und erkannte nur, dass es circa 3,5 Meter nach oben ging. Das war der Moment, in dem jedem bewusst wurde, dass er zu viel Speck auf den Rippen hat.  Jetzt war auch allen klar, warum er Chimney (Schornstein) und nicht Hole (Loch) genannt wird. Mit einem großen Zeitvorsprung durfte einer nach dem anderen in das Loch kriechen und nach oben klettern. Corinna und ich waren fast die letzten, die passieren durften und konnten den anderen dabei zu zusehen, wie sie immer wieder die Gürtel enger schnallten und begannen an den Shirts herum zu zupfen. Letztendlich hat es dann aber doch jeder durch geschafft. Man fühlte sich wie neu geboren 😉

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Anschließend ging es zum 4. Tunnel, dem „Leopard Crawl„, der eine Höhe von 27 cm hat. Gegen den vorherigen sprechen wir hier von Urlaub und krochen gemütlich durch.

Alles in allem ging die Tour wegen der vielen Warterei statt 90 nun doch 120 Minuten und war von Anfang bis Ende genau das, was wir erhofft hatten. Wir hatten Spaß, machten einige Fotos, bekamen ordentlich was zu sehen und würden es jedem empfehlen. Vor allem weil die Tour trotz den tollen Eindrücken nur 7 € pro Nase kostet.

Ostrich Farm (Straußenfarm)

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Für uns war der Tag damit noch nicht zu Ende. Es ging noch in eine Ostrich Farm in der Nähe von Oudtshoorn. Ich habe schon von vielen gehört, dass das Hirn von den Vögeln kleiner ist als die Augen und wollte mir selbst ein Bild davon machen. Zum anderen war natürlich auch der Gedanke da, dass Ich und sicher einige unserer Leser, Corinna gerne beim Strauß Reiten sehen möchten :-).

Gleich nach Beginn der Tour wurden einige Verhaltensweisen und die üblichen Sicherheitsvorschriften erklärt. Zum Beispiel müssen sie zur Verdauung bis zu 2 Kilo Steine pro Tag essen und dass Sie denken, dass sie noch kein Ei gelegt haben, wenn man es ihnen wegnimmt. Somit legen sie später noch eines, was sie sonst nicht würden. Sie können zwicken, bis zu 1,5 Meter hohe Tritte verpassen und sogar ganze Kameras verschlucken. Vor allem funkelnde Dinge verspeisen sie gerne.

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Jedenfalls gingen wir zu den Gehegen hinein und bekamen sofort die Chance uns von einem Straußenweibchen küssen zu lassen. Corinna zögerte nicht, nahm einen Köder zwischen die Lippen und bekam sofort einen Kuss. Ich als treue Seele entschied mich dagegen 😉

Strauß-Kuss

Es gab zahlreiche Strauße zu sehen, doch irgendwie sehen sie für uns bis auf die Größe alle gleich aus. Etwas weiter vorne ging es endlich zum Reitgehege.  Ich setzte Corinna die Gopro auf den Kopf, stellte die Kamera auf filmen ein und wartete ganz gespannt bis es losgeht. Für die Mitarbeiter war es eine Leichtigkeit einen der Strauße einzufangen. Sobald sie einen Sack über dem Kopf haben, kann man mit denen machen, was man will. Strauße sind der Meinung, dass wenn sie uns nicht sehen, wir sie auch nicht sehen können. =D 

Bei dem Tempo die Balance zu halten und auch noch die Richtung zu bestimmen ist schwerer, als es aussieht. Seht selbst..

Anschließend kosteten wir noch das Fleisch, da es das gesündeste sein solle. Es schmeckt ähnlich wie wild, ist rötlich und ein klein wenig zäh – aber gut! 😉

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Wegen dem doch recht schlechten Umgang mit den Tieren machten wir die Tour bei einer kleinen Farm. Dort wurden sie nicht zu 100en in einem Gehege fest gehalten, wodurch es ihnen unserer Meinung nach hier am besten geht. Meist findet man sie in einem kleineren Rudel, da sie sonst zum Selbstmord neigen. Leider sind Sträuße absolute Nutztiere, denn es gibt nahezu nichts, was nicht verwertet werden kann. Wir Menschen neigen dazu uns von den Vorteilen verführen zu lassen und schränken deren Freiheit zu unserem Bedauern massiv ein.

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