Kapstadt. What else?

DSCF7009Auf dem Weg gab es wie schon des Öfteren zuvor zahlreiche Dörfer, welche nur aus zusammengebastelten Metallplatten bestanden. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass hier ganze Familien leben sollen. Interessanterweise haben aber 90% der „Häuser“ eine Satellitenschüssel bzw. Pay TV.  Bei dem Anblick stellen sich folgende Fragen: Sind die Bewohner mit dem, was sie haben zufrieden? Ist deren Bewusst sein unseres Lebensstandards ausschlaggebend?
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In Kapstadt durften wir mehrere Nächte bei Hillary verbringen. Über eine Plattform im Internet haben wir ihn kennen gelernt. Den ersten Tag nach der Ankunft verbrachten Corinna und ich im Bett. Es war ein weiter Weg von Johannesburg bis hier her und die Unterkünfte waren selten unserem Standard entsprechend. Umso mehr erfreuten wir uns an einem großen sauberen Schlafzimmer und einem eigenem Bad.

Gegen Abend gingen wir dann doch noch ein paar Stunden raus, um den Surfern beim Oyster Bay im False Beach zuzusehen. Erst wunderten wir uns, warum alle mit Neoprenanzügen und teilweise sogar Schuhen surfen gingen, doch dann war alles klar. Das Wasser war eiskalt. Es fühlte sich an, als würde man die Füße in einen Kübel voll Eis stecken. Die Surfer erregten nicht den Eindruck, als würde ihnen das etwas ausmachen und ließen sich stundenlang für die Perfekte Welle treiben. Das Wasser steht unter ständiger Beobachtung, denn Haie gehören hier zum Alltag. Auch die weißen Haie wurden hier schon gesichtet. Mittels einer großen Flagge, die in verschiedenen Farben gehisst werden kann zeigt man den Surfern die aktuelle Gefahrensituation.

SURFER SCHWEI SURFERIN SCHWEI

Nun hieß es für uns aber auf, denn wir wollten mehr sehen, als nur Straßen und Surfer. Wir beschlossen zum Cape Point zu fahren. Auf dem Weg dorthin blieben wir wegen der Pinguinkolonie in Simons Town stehen. Das Areal ist sehr schön und übersichtlich aufgebaut, doch der Eintritt lässt zu wünschen übrig. Aus diesem Grund beschlossen uns erst, den Weg am Eingang vorbei entlang zu laufen und trafen dabei auf einige Pinguine. DSCF7340Um halbwegs ungestört brüten zu können wurden für sie liegende Plastik Fässer halb vergraben. Am Ende befand sich ein Strand, der meiner Meinung nach ebenfalls den Pinguinen gehören sollte, aber leider für uns Menschen zum Baden genutzt wurde. Von da aus konnten wir das recht klein wirkende Areal der Pinguine sehen. Auf einer Eintrittskarte las ich, dass vor 100 Jahren noch 1,5 Millionen gezählt wurden und es jetzt nur noch 10% davon sind. Ehrlich gesagt wunder mich das nicht. Die Pinguine kamen immer schon zum brüten und werden langsam aber sicher vertrieben. Ist es wirklich sinnvoll sich wegen ein paar Wellen, Sand und Umsatz auf allen Stränden breit zu machen? Mir ist klar, dass es noch weitere Orte gibt, an denen sie brüten, doch es würde zahlreiche bessere Möglichkeiten geben, ihren Fortbestand zu sichern. Mit der Hoffnung, dass das Geld für den Eintritt in irgendeiner Weise den Pinguinen zu gute kommt, bezahlte Corinna und konnte sie hautnah erleben.

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Nun geht es aber wirklich zum Cape Point 😉

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Wie vieles hier ist auch das ein Naturschutzgebiet, was für uns einen saftigen Eintritt bedeutet, jedoch lohnt es sich wirklich hin zu fahren.

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Es ist möglich mit dem Auto bis ganz nach vorne zu fahren, sodass nur noch 15-30 Minuten zu Fuß bis zum Leuchtturm notwendig sind. Oben angekommen wird man sofort mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Dies lockt leider auch tausende Touristen, wie wir es sind an. Die häufigste Sprache, genau gesagt fast die Einzige, war Deutsch.

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Eine kurDSCF7402ze Autofahrt davon entfernt ist das Kapp der guten Hoffnung. Es ist vom Leuchtturm aus zu sehen und sowohl zu Fuß, als auch mit dem Auto erreichbar. Wir entschieden uns aus Zeitgründen fürs Auto. Der Himmel war wolkenlos blau, durch den Wind war es angenehm kühl und wir vergaßen natürlich wie jedes Mal die Sonnencreme. Es dauerte keine 30 Minuten, da verspürten wir schon die ersten Symptome. Am nächsten Tag waren wir gebrandmarkt mit dem Stempel Idiot im Gesicht. Kopf und Nacken waren rot wie eine Ampel und die Arme und Beine waren glücklicherweise nur leicht verbrannt.

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DSCF7634Das hielt uns aber nicht von unserer Unternehmung am nächsten Tag ab. Das erklimmen vom Lions Head. Mit knapp 700 Metern Höhe ein etwas kleinerer Berg, doch der hat es in sich. Zusammen mit unserem neu gewonnenen Freund und zugleich die Person, die uns ein Schlafzimmer für ein paar Tage zur Verfügung stellt – Trommelwirbel – Hillary, der beste Gastgeber der Welt, machten wir uns auf den Weg nach oben. Stellt euch vor, heiße 37 Grad, Sonnenschein, wolkenlos, keinerlei Aussicht auf Schatten und wir zwei sind mit langen Hosen, Long Shirts, Schal und Hut unterwegs. Hillary hingegen hatte kurze Shorts und ein T-Shirt an.

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DSCF7647Anfangs ging noch ein breiter Weg, dann wurde es schmal und steinig. Je höher wir kamen, desto unwegsamer wurde das Gelände. Manchmal so sehr, dass man Leitern und auch Ketten anbrachte. Gegen Ende wurden mehrere große Haken in den Stein gebohrt, sodass auch kletter-begeisterte minimal zum Zuge kamen. Oben angekommen suchten wir vollkommen nass geschwitzt als erstes nach Schatten. Bei einer runden Bar ertönte House Musik und ein Barkeeper mixte verschiedenfarbige Cocktails. Auf allen Seiten befanden sich gepolsterte Sitzecken unter großen Sonnenschirmen.. Natürlich war das nur ein Wunschdenken, denn es gab nur den sehr sehr warmen Fels und Sand zur Auswahl. Wer hier Schatten findet, befindet sich schon auf dem Weg ins jenseits. Dies spielte jedoch alles wegen der super Aussicht keine Rolle.

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DSCF7644Doch nun mussten wir auch wieder runter. Unten angekommen, saßen wir ins heiße Auto und machten uns auf den Weg zu einem Pub, in dem wir Freunde von Hillary trafen. Was gibt es besseres nach einem heißen Wandertag.. ein kühles Glas Wasser & einen Shandy, auch genannt süßer Radler ;-).

Am vorletzten Tag unseres Aufenthaltes gingen wir mit Hillary in die Weinberge nach Franschhoek.DSCF7683 Wir aßen, probierten Wein und sahen uns das Hugenotten-Museum an. Es ist kaum zu glauben, dass so wenig Menschen die Westküste dermaßen geprägt haben. Die kleine Stadt ist einen Ausflug wert, doch das Museum verrät nicht viel mehr, als eine kurze Recherche im Internet. Ich empfehle dennoch einen Zwischenstopp, denn das Monument ist sehr eindrucksvoll und der Eintritt erschwinglich.

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DSCF7697Zurückblickend auf die tollen Tage in Kapstadt bereuen wir, zu wenig Zeit dafür eingeplant zu haben. Eine Woche, oder mehr ist für einen stressfreien Aufenthalt besser geeignet. Robben Island haben wir extra ausgelassen, weil von vielen Seiten die schlechte Organisation und der sehr hohe Preis bemängelt wurde. Seit 10 Jahren streiten die Politiker herum, was mit der Insel geschehen soll – bis jetzt ist noch nichts passiert.

Somit ging der letzte Tag zu Ende und wir machten uns auf den Weg nach Johannesburg.

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