Machu Picchu – Anreise mit Umwegen

Während der Uyuni-Salt-Flat-Tour lernten wir eine Hotelbetreiberin kennen, die uns empfahl, gar nicht erst in Cusco zu verweilen, sondern gleich nach der Ankunft weiter nach Ollantaytambo zu fahren. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine Ahnung, dass dies nach einer 10 Stündigen Busfahrt weitere 2 Stunden mit dem nächsten Bus bedeutet. Beim Dorf Angekommen war das alles bereits vergessen. Wir wussten nicht, dass es eine wunderschöne Alte Inca Stadt ist, die teilweise wieder mit neuen Häusern aufgebaut wurde. Sie wird nach wie vor von einer großen Mauer geschützt und in der letzten Kurve vor dem Dorf befindet sich noch immer die ehemalige Eingangspforte.

DSCF6666An den Straßenrändern sind offene Umleitungen vom Bach, die sich wie Fäden durch das ganze Dorf ziehen zu sehen. An einigen Gebäuden ist klar zu erkennen, dass sie auf die Grundmauern alter Häuser der Incas erbaut wurden. Das Dorf wurde nicht komplett umgebaut. Rundum befinden sich zahlreiche Ruinen, sowohl in den Bergen hoch oben, als auch direkt um die Stadt herum. Überall gibt es die wunderschön errichteten Terrassen in denen früher Gemüse angebaut wurde zu sehen.

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DSCF6669 DSCF6648Das Dorf selber ist es sehr touristisch und dementsprechend teuer, aber dennoch zählt auch diese für uns als eines der schönsten. Dicht gefolgt von Congonhas in Brasilien.

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Nur wenige Minuten mit dem Bus entfernt befindet sich Salineras, eine Gegend in der Salz mittels Verdunstung des Wassers gewonnen wird. Nachdem der Besitzer unseres Hotels uns dieses wärmstes empfohlen hat, machten wir uns auf den Weg, zu den im Berghang befindlichen weißen Terrassen.

DSCF7034DSCF7079 DSCF7057Nach 3 Stunden in der prallen Sonne, kamen wir wieder in Ollantaytambo an um etwas zu Essen. Nach so vielen Reisen und den damit verbundenen Erfahrungen wissen wir inzwischen, dass egal in welcher Stadt man sich auch befindet, das Essen in den Einheimischen Restaurants nicht nur am billigsten, sondern auch am besten ist. Je mehr einheimische drinnen sitzend, desto besser.

Wir wohnten in einem kleinen, aber feinen Hotel mit einem wunderschönen Innengarten in dem Corinna sich gemütlich zurück lehnen und ein Buch lesen konnte. Aus diesem Grund kamen wir nach unserem Trip zum Machu Picchu nochmals für 2 Nächte zurück.

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DSCF6513 DSCF6615 DSCF6563Nach 2 Nächten in Ollantaytambo machten wir uns auf den Weg zum Machu Picchu. Wir entschieden uns, gegen den teuren Zug und machten uns auf den alternativen Weg. Hierbei kam uns die Lage von Ollantaytambo sehr entgegen, denn es ist zusammen mit Cusco der Ausgangspunkt dieser günstigen Anreise.

Im „normalfall“ reisen die Besucher von Cusco mit dem Zug direkt nach Aguas Calientes und bezahlen dafür über 100 $ pro Person hin und zurück. Dabei kommt noch die Übernachtung im Dorf und der Transport mit dem Bus um 22 € zum Machu Picchu rauf und runter. Bei einem kurzen Aufenthalt kann ich das aufgrund der Zeitersparnis gut verstehen, doch die Leute verpassen alles, was sich darum befindet.

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Der günstige Weg hingegen bedeutet, man fährt mit dem Bus von Dorf zu Dorf bis zur Station vom Hydroelectrica Zug, lauft anschließend 2 ½ Stunden nach Aguas Calientes, schläft eine Nacht und nimmt dann den Bus Hoch zum Machu Picchu.

Wer allerdings nicht 2 ½ Stunden laufen möchte, der bezahlt für die knapp 14 Kilometer 44 € hin und retour. Wenn ihr mich fragt, dann zählt dieser Zug sicher zu den teuersten der Welt. Das heißt, wenn er es nicht schon ist.

Hier eine Skizze vom günstigen Weg:

AnreiseDie Übernachtung in Aguas Calientes ist total überteuert. Kein Wunder.. jeder, der zum Machu Picchu geht, der übernachtet vorher eine Nacht dort.

Bis es dann zum Eintritt der eigendlichen Sehenswürdigkeit kommt sind die meisten Leute bereits schon über 100 $ losgeworden. Machu Picchu selbst kostet € 44,50 pro Person. Unserer Meinung nach ganz schön Teuer für eine einzelne Sehenswürdigkeit ohne Anreise und geführter Tour. Die Einheimischen selbst zahlen für den Hidro Eléctrica hin&retour € 3,40….

Auf der Durchreise nach Aguas Calientes schliefen wir noch eine Nacht in Santa Theresa und schmiedeten unseren Meisterplan.

Nun aber wieder zurück zu uns:

Der Plan war um 2 Uhr morgens mit dem Taxi zur Hydroelectrico Station zu fahren, 3 Stunden bis nach Machu Picchu ( 2 Std zur Brücke + 1 den Berg hoch) zu laufen, pünktlich zum Öffnen der Tore um 6 Uhr morgens an zu kommen und nach ein paar Stunden wieder 3 Stunden zurück zur Hydroelectrico Station zu fahren.

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Abgelaufen ist es dann so, dass wir mit dem Taxi morgens um 2 Uhr zur Bahnstation fuhren und mit Taschenlampen und einem Sackmesser bewaffnet durch den dunklen Dschungel entlang dem Bahngleis liefen. Immer wieder waren funkelnde Augen in den Büschen zu sehen und nach bereits 30 Minuten fing es heftig an zu regnen. Als dann nach einer Weile ein uns unbekanntes Tier, ähnlich einer sehr großen Katze neben mir im Busch verschwand und in diesem Moment ein anderes direkt neben uns vorbei rannte, beschlossen wir vollkommen durchnässt, diesen „Walk threw the Park“ natürlich nur wegen dem starken Regen 😉 abzubrechen und liefen zurück zur Bahnstation. Dort angelangt wechselten wir einen Teil der Kleidung und warteten, bis es hell wurde. So saßen wir mit der Hoffnung auf besseres Wetter und durchnässten Schuhen an der Bahnhaltestellt. Nach weiteren 2 Stunden, in denen es wie aus kübeln regnete, gaben wir klein bei und fuhren mit dem Zug. Für den Rückweg kauften wir dann sofort einen guten Regenponcho.

Nachdem wir letztendlich doch noch oben am Ziel angekommen waren, hörte es zu unseren Gunsten auf zu Regnen und einen kurzen Moment blinzelte sogar die Sonne durch.

Die Stadt war vollkommen vom Nebel eingehüllt. Es wirkte geradezu Mystisch und beeindruckend. Ich habe zuvor schon viele Burgen und andere Ruinen gesehen, aber diese Stadt stellt alles in den Schatten. Sie verfügt über eine noch immer intakte Kanalisation und beeindruckt mit ihren hoch gelegenen Terrassen. Der Grund, warum die Stadt damals ist umstritten, doch jeder Einheimische, den ich fragte, brachte die Spanier damit in Verbindung.

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DSCF6836 DSCF6819DSCF6855 DSCF6832-1Nach einer Weile machten wir uns auf den Rückweg. Corinna fuhr mit dem Zug und ich rannte zurück zur Hydroelectrico Station, bei der wir uns wieder trafen und das nächste Taxi zurück nach Santa Theresa nahmen.

DSCF6864Ich wollte mit diesem Plan die sehr teure Übernachtung in Aguas Calientes einsparen. Leider ging dieser Schief und wir brauchten im Endeffekt 80$ mehr, als Kalkuliert. Der Weg von Aguas Calientes nach Machu Picchu ist nur etwas für sehr sportliche Menschen denn es geht mit einer Stiege 1350 Meter steil nach oben. Zurückblickend muss ich sagen, dass der Plan funktionieren hätte können. Das Problem war nur, dass diese Gegend doch als Dschungel gilt, Jaguare und Pumas spät nachts möglich sind und es in Kübeln regnete. Tagsüber trauen sich die Tiere wegen dem Zug natürlich nicht in die Gegend, aber laut ein paar Einheimischen ist es spät nachts durchaus möglich. Geld zu sparen ist super, aber dabei riskieren krank zu werden, oder womöglich das Leben zu verlieren, ist es nicht wert. Beim nächsten Mal würde ich um 5 Uhr, wenn es hell wird los laufen und auf die frühe Ankunft verzichten.

Corinna empfiehlt die Anreise mit dem Zug und auch die Fahrt mit dem Bus bis zum Machu Picchu hoch, denn wir sahen doch einige Touristen vollkommen erschöpft oben ankommen. Bei 1350 Meter steil nach oben, ist das auch kein Wunder. Der Rückweg ist für jeden zu Fuß möglich. Als ich runter ging, waren einige Touristen zu sehen, die den Aufstieg nicht packten und vergebens versuchten einen Bus aufzuhalten. Leider bleiben diese nicht stehen, was bedeutet, dass man den ganzen Weg zurück nach Aguas Calientes laufen muss.

Wir bereuen es nicht mit dem Zug gefahren zu sein da es wirklich eine schöne und besondere Fahrt war. Vor allem werden wir nie mehr vergessen, wie dieser Zug immerzu hin und her schaukelte.

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Zurück in Santa Theresa verbrachten wir einen weiteren Tag dort, wegen der heißen Quelle von Cocalmayo. Sie befindet sich zwischen 2 bergen und ist ein absoluter Geheimtipp. Die meisten Touristen wissen nichts davon, was den Eintrittspreis auf dem absoluten Minimum hält. Man kann für umgerechnet 0,80 € bis 12:00 nachts Baden. Wir beschlossen am Abend für 2 Stunden hin zu fahren und konnten unseren Tag gemütlich ausklingen lassen. Es gibt 2 große heiße naturbelassene Pools mit 4 schmalen Öffnungen an der Seite, durch die Wasser, wie bei einer Dusche auf ein darunter liegendes Plateau prasselt. Vor dem Bade gang war es Pflicht sich dort zu duschen, wobei wir uns eher durch den starken Strahl massieren ließen.

Unser nächstes Ziel war Nasca, denn wir wollten unbedingt die berühmten Nasca Lines sehen. Nach 13 Stunden Bus Fahrt und der üblichen Suche nach einem Hostel war es dann auch so weit. Überall wurden Touren zu den 2 Türmen zwischen 40 und 80 € angeboten. Flüge kosteten 120 € und gelten nach wie vor als sehr gewagt, weil schon einige Flieger abstürzten. Wir wussten dass der Eintritt auf die Türme nur ca. 1 € kosten und der öffentliche Bus dahin, konnte nicht all zu teuer sein. Es war sehr amüsant, mit welch einem Elan die Dame an der Rezeption versuchte, uns diese Tour zu verkaufen. Je öfter wir Nein Danke sagten, desto mehr ging sie mit dem Preis runter. Als sie bei ihrem Minimum ankam, waren es nur noch 20% vom Anfangspreis. Sie, sowohl auch wir, wussten ganz genau, dass der Preis schlichtweg unverschämt war. Jemand muss ihn ja bezahlen, sonst würde es ja keiner anbieten. Jedenfalls kostete der Bus uns hin und retour 6 € pro Person und der Turm wie bereits erwähnt nur 1 €. Leider ist dies auch keine Seltenheit da bei nahezu jeder Gelegenheit den Touristen das Geld aus der Tasche gezogen wird.

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Bei dieser Gegenüberstellung der Kosten braucht keiner mehr nachzudenken, ob nun geführte Tour, oder nicht. Den 2. Turm empfahlen die Einheimischen, welche keine Touren verkauften, nicht. Deren Worte waren: „Die Lines erkennst du von diesem nicht mehr“. Wer die Lines wirklich sehen möchte, der sollte besser einen Flug nehmen. Nachdem wir abgewogen haben, wie wichtig uns die Lines wirklich sind, entschieden wir uns gegen den Flug und für den Turm.

Noch ein par Impressionen:

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