Rio de Janeiro

Der Wetterbericht ließ uns fast verzweifeln. Für die nächsten 7 Tage sind Unmengen an Regenschauer und Gewitter angesagt. Aus diesem Grund beschlossen wir trotz der vielen Wolken auf den Zuckerhut zu fahren. Die Aussicht war ok, die Fotos schlecht, aber zumindest haben wir es ohne nass zu werden überstanden. Das tolle war dann aber, dass es schlussendlich nur 2 Tage bewölkt war und wir die Restliche  Zeit traumhaftes und zudem heißes Wetter hatten. Nach dem 2. Tag 38 Grad im Schatten fragten wir uns ob nicht ein paar Wolken doch besser gewesen wären 😉

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Zwei Touristen gegen 100 Knalltüten

Anschließend suchten wir nach einem TIM-Store (lokales Handynetz), um wegen dem schlechten Internet zumindest ein Datenpacket kaufen zu können. Das Problem war nicht, dass wir kein Wort auf Portugiesisch können. Nein, nein! Das Problem war, dass nicht einmal die Einheimischen wussten, wo ein TIM-Store ist. Sie schickten uns 3-mal auf die jeweils andere Seite der Straße, bis wir entschlossen einfach in ein Kaufhaus zu gehen und siehe da, wir fanden ihn. Es sah so aus, als würden 100 Leute in einem kleinen Schuppen arbeiten. Mit den blauen T-Shirts kam man sich wie auf einer Tour durch Schlumpf hausen vor. Und wieder gab es ein Problem.. Kein, wirklich kein Mensch konnte Englisch. Wir liefen auf und ab, um auch wirklich sicher zu stellen, dass wir richtig lagen. Stadt irgendetwas zu antworten wurden wir einfach ignoriert. Es machte den Anschein, als hätte hier niemand was für Touristen übrig. Auf der Homepage wurde ein Spezialprodukt für Touristen bewerbt und auch geschrieben, dass sie Englisch können. Nach langem Hin und Her entschlossen wir uns beim Infopoint über einen anderen TIM-Store zu informieren. Das Gespräch ging genau 15 Minuten, dann kam die gute Dame darauf, dass sich im selben Einkaufzentrum gerade mal 50 Meter ums Eck ein weiterer befindet. War ja klar, dass dort auch jemand Englisch sprechen konnte und uns endlich weiter half.

Copacabana Beach

Den nächsten Schlechtwetter-Tag nutzten wir zum Baden an der Copacabana. Es war irgendwie erleichternd zu wissen, dass nicht 40 Grad auf einen herunter brannten und somit die Chance für einen Sonnenbrand sehr gering ist. Wir plantschten im Wasser, lagen im Sand und genossen die Ruhe bei einer sehr angenehmen Temperatur. Natürlich gab es letztendlich doch einige Sonnenstrahlen, sodass sich auch die Fotos sehen lassen. Es was allerdings sehr verblüffend zu sehen, wie die Strandverkäufer beim schönsten uns heißesten Wetter hin und her liefen und genau wenn es wegen ein paar Wolken angenehmer wurde verschwanden. Und das, obwohl sich die Badegäste von den paar Wolken nicht verscheuchen lassen und fleißig weiter konsumieren würden.

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Lapa

Bei den vielen Anfragen, die wir fürs Couchsurfen gestellt haben bot uns einer an, die Stadtteile Lapa und Santa Teresa zu zeigen. Mit mulmigem Gefühl nahmen wir das Angebot von Matheus an. Im Hotel wurde man vor Lapa gewarnt, doch wann bekommt man schon die Möglichkeit eine kostenlose Guided Tour durch Lapa zu bekommen. Als wir uns mit ihm trafen, war es, als würden wir uns schon seit Jahren kennen. Er zeigte uns die neue und auch die alte Kathedrale, sowie die Fließen Treppe (Escadaria Selarón) und auch die Bögen (Arcos Da Lapa). Alles in allem fanden wir alle 4 Sehenswürdigkeiten ein Foto wert, aber zu wenig um sich länger dort auf zu halten.

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Park der Ruinen (Parque das Ruinas)

Geht man allerdings die Fließen Treppe bis ganz nach oben und biegt links ab, folgt der Straße, bis sie einen Rechtsbogen macht und biegt rechts ab, geht weiter gerade, bis auf der linken Seite den Park der Ruinen (Parque das Ruinas) sieht, bekommt man einen der besten Ausblicke über die Stadt. In diesem Areal befindet sich eine alte Ruine, die speziell für den Ausblick und für Konzerte umgebaut wurde. Betretet das Areal, steigt die Treppen hoch,  bis ihr auf dem Dacht seid und genießt den Ausblick. Es kostet bis dato keinen Eintritt und bietet einen besseren Ausblick, als die Meisten kostenpflichtigen Varianten. In der Ruine finden des Öfteren Konzerte und Partys statt, dass sich alleine aus diesem Grund schon einen Besucht lohnt. Wir hatten Glück, denn an diesem Tag spielte eine Samba Gruppe und es gab viel zu staunen.

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Lapa bei Nacht

Total erschöpft vom ganzen Tag beschlossen wir doch noch mehr sehen zu wollen und fuhren nochmals zu unserem neu gewonnenen Freund Matheus nach Lapa. Wenn ihr die richtigen Partys erleben wollt, dann geht zu den Bögen. Jeden Abend wird diese Gegend zum Paradies aller Nachtschwärmer. Die leeren Straßen füllen sich mit Verkaufsständen. Statt Souvenirs gibt es nur noch die mit Abstand besten Caipirinhas, Bier und Burger. Geht man eine Querstraße in Richtung der Fließen Treppe, gibt es alle Drinks bereits um die Hälfte billiger & unserer Meinung nach auch besser und es glich einer kleinen VIP party. Die Stimmung glich einem kleinen Open Air. Hunderte Leute versammelten sich vor einer Tribühne, an der verschiedene Bands gratis Konzerte gaben. Macht nicht den Fehler und unterschätzt die wohl weltbesten Caipirinhas mit Suchtgefahr =D. Die bestehen hier nur aus Limetten, Zucker und Cachaca, was so viel heißt wie: Süß und süffig. Was wir am nächsten Tag auch gemerkt haben 😛

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IMG_2918 IMG_2900-1Carneval Parade

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten hier den Carneval zu feiern. Den Karneval den die Europäer und wahrscheinlich der Rest der Welt als „Karneval in Rio“ kennt, ist ausschließlich nur für das TV & die Touristen. Zudem kostet eine Eintrittskarte Unmengen an Geld und ist schon längst ausverkauft. Wir entschieden uns für die Art, der Einheimischen. Da uns nicht das Optische Brasilien, sondern dass wahre Brasilien interessiert und zudem für uns sparsamen Rucksacktouristen 😉 günstiger ist. Bloco.. (und irgendein Name, oder Stadtteil). Genau gesagt sind wir mit einem Freund nach Lapa gefahren, weil wir wussten, dass da eine Karneval Parade/Party ist. Kaum aus der Ubahnstation raus, standen wir schon mitten drin. Die Brasilianer stehen nicht am Rand und warten bis die Parade vorbei läuft, sie laufen mit und sind die Parade. Zu 100en laufen sie gemeinsam mit mehreren Samba Band´s durch die Stadt, trinken Bier und feiern was das Zeug hält.

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DSCF1132 DSCF1137DSCF1016DSCF1049-1 DSCF1073Wenige Meter ums Eck spielte schon die nächste Band auf einem riesigen Platz voller Leute. Wir liefen weiter in Richtung der Hauptstraße und wurden dabei von zahlreichen Leuten begleitet. Es glich einer Völkerwanderung.

Dann sind auch wir angekommen. Laut Medien befanden sich circa 500.000 Leute auf dieser Straße. Die Band spielte auf einem großen Bus, gefolgt von einem Partybus. Die Stimmung war nicht mit einem Open Air, sondern mehr wie auf einer Love Parade zu vergleichen. Diebstähle passieren hier sehr häufig. Zum Beispiel wurde letztes Jahr ein Mann in Mitten der Menschenmasse nieder getasert und all seiner Sachen beraubt. Um sicher zu stellen, dass uns so etwas nicht passiert setzte ich Corinna zusammen mit ihrer Kamera auf einen Baum. Die Menschen hatten den größten Spaß und standen, als sie merkten, dass da jemand im Baum sitzt um zu Fotografieren, für ein Foto zusammen. Wir haben nun Gruppenfotos ohne Ende und wissen nicht wohin damit 😉

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Christus der Erlöser Statue (Cristo Redentor)

Direkt bei Copacabana gibt es einen Bus, mit dem man für derzeit 17 Euro pro Nase zur Statue und auch wieder zurück gefahren wird. Der Eintritt vor Ort ist ebenfalls inbegriffen. Gegen 10 Uhr vormittags bildet sich meist ein Nebelschleier um die Statue. Von unten ist der Nebel kaum erkennbar, aber oben steht man in einer dünnen Wolke. Wenn ihr da rauf wollt, dann steht am besten früh morgens auf und schaut euch erst mal die Livecam an. Leider kann ich den Link dazu nicht mehr finden, doch seit Februar 2015 wurden die Preise erhöht, siehe: Link. Am besten geht ihr an einen der 3 Sammelstellen der Busse am Vortag, oder noch früher hin und kauft euch vor Ort das Ticket. Der Preis bleibt zwar der Selbe, aber orientiert euch nach dem Wetter. Der Ticketverkauf startet um 08:00 morgens und die ersten Busse fahren schon wenig später los. Die Fahrt dauert circa 30 Minuten und wird von 200 Stufen bis zur Statue gefolgt. Ohne die vielen Touristen, die meist später hochfahren ist es eventuell auch möglich das berühmte „Ich steh neben Cristo“ Foto zu machen 😉 Die Aussicht ist herrlich und meiner Meinung nach auch besser, als die vom Zuckerhut.

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Santa Marta Favela

Eine der wenigen Favelas, die überhaupt als Tourist besichtigt werden können. Wahrscheinlich sogar die Einzige, bei der die Sicherheit eine hohe Rolle spielt. Wir haben wegen ihrem guten Ruf die „Favela Santa Marta Tour“ gebucht und können nur das Beste darüber sagen. Im Jahre 1996 entschied sich Michael Jackson unter anderem auch diese Favela zu seinem Videodreh für den Song „They Don´t Care About Us“ zu verwenden. Anschließend stieg das Ansehen und er griff ihr finanziell etwas unter die Arme, wodurch sie eine Kanalisation und fließend Wasser bekamen. 2008 beschloss die Polizei wegen des hohen angrenzenden Tourismus ordentlich aufzuräumen und verjagte sämtliche Drogendealer sowie andere Übeltäter. Seit diesem Zeitpunkt steht die Favela für Touristen offen. Mittlerweile laufen sie schon alleine ohne Bedenken bis zur Michael Jackson Statue hoch und überleben es 😉 Während des Weltcups rechnete die Stadt mit sehr vielen Besuchern und schickte Aufräumtrupps hinein, jedoch schon einen Tag danach waren sie nichtmehr zu sehen. Vor 2 Jahren flog ein Baum auf eines der Häuser und zerstörte es komplett. Er liegt heute noch unverändert dort. Der Besitzer baute sich einfach ein neues und kümmerte sich nicht darum. Mittlerweile sind auch einige der Abwasserleitungen beschädigt. Man kann an einem traumhaften Sommertag sehr gut sehen, wie der Urin von der Leitung die Stiege entlang hinunter rinnt.

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Essen in Rio de Janeiro

Wer an der Copacabana essen geht muss sich auf eine saftige Rechnung gefasst machen. Pizzas für umgerechnet 12 – 15 Euro und Vorspeise, oder Nachtisch für 8 -12 Euro. Die Getränkepreise hingegen sind gut erschwinglich. Cola und Bier kostet durchschnittlich 2 – 3 Euro und ist somit wiederum günstiger als in Österreich.

1,5 Liter Wasser kostet fast überall 1,33 Euro. In einer Querstraße fanden wir einen Getränkeladen, der alles um die Hälfte anbot, jedoch nicht gekühlt.

Um beim Essen richtig sparen ohne auf den Genuss verzichten zu wollen sollte sich nach Lapa begeben. Dort gibt es mehrere Restaurants, die ein reichhaltiges Buffet für 25 – 30 Euro pro Kilo anbieten. Natürlich nicht nur Schnitzel und Pommes, sondern auch Sushi und heimische Spezialitäten. Zum Beispiel gibt es 3 Restaurants direkt an der an der Ecke der Mem de Sá und Gomes Freire die wir mehrmals besucht haben und bestens empfehlen können.

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Öffentliche Fortbewegungsmittel

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten, sich von einem Fleck zum anderen fortzubewegen. Die Taxis sind im Verhältnis recht teuer, doch die meisten Einheimischen verwenden sie, sobald es dunkel geworden ist. Tagsüber war für uns die Ubahn das schnellste Fortbewegungsmittel. Mit der Blauen Karte, die an jedem Schalter erhältlich ist kostet eine Fahrt 3,5 Real. Die Busse hingegen kosten 3,4 Real, sind allerdings oft überfüllt, oder stehen im Stau. Es gibt auch die Blauen Premium Busse, welche 9 Real kosten, klimatisiert sind und wegen der doch hohen Kosten einen garantierten Sitzplatz bieten und Sicherer sind. Wir nutzten diesen um vom Hauptbusplatz (Rodoviaria Novo Rio) mit den riesigen Rucksäcken zum Hotel und wieder zurück zu fahren. Für diesen Zweck ist es absolut empfehlenswert, ansonsten zu teuer und unnötig. Wir sind auch sehr viel zu Fuß gegangen was für das Portemonnaie und die Figur nicht schlecht ist 😉

Nun heißt es für uns schweren Herzens Abschied von dem wunderschönen Rio de Janeiro nehmen und auf nach Volta Redonda, um ein paar Freunde zu besuchen.

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