Sightseeing in Joburg ;)

DSCF7860Nun geht es weiter in Richtung Johannesburg. Um den Leihwagen pünktlich zurück zu geben haben wir insgesamt 2 gemütliche Tage und einen Vormittag für die 1400 Km eingeplant. Eine Bekannte, die wir durchs Couchsurfen kennen lernten organisierte uns eine gratis Unterkunft bei ihrem Ex-Mann in Bloemfontein und später bei Ihrer Cousinine in Johannesburg. Wie schon des Öfteren wurden wir auch in Bloemfontein zum traditionellen Braai ( Barbecue ) eingeladen. Das Fleisch auf dem folgenden Bild war für gerade mal 6 Erwachsene. Dazu gab es noch Brot, Kartoffeln und Salat in Hülle und Fülle. DSCF7848 Endlich in Johannesburg angekommen waren die ersten Stunden ohne Auto kein Problem. Wir hatten wiedermal Zeit zum Ausschlafen und machten uns mit dem Gautrain auf zum Mandela Square ins Hard Rock Cafe. Bereits nach dem 2. Tag ohne Auto hatten wir dann aber doch die Nase voll. Der Gautrain ist das einzig sichere Verkehrsmittel, doch ohne Auto ist man gezwungen auf sehr vieles zu verzichten. Also organisierte uns nach einer kurzen Anfrage deinreisescout.at einen preiswerten Wagen für die letzten Tage. In der Zwischenzeit wechselten wir zu Stephano, den wir ebenfalls durchs Couchsurfen kennen lernten. Er empfing uns mit offenen Armen und erwies sich als hilfsbereit wie kein anderer. Noch am selben Abend gingen wir mit ihm, einem Holländer und einem Deutschen, die wir durch Ihn kenne lernten, essen. Den ganzen Abend unterhielten wir uns super in Englisch. Das einer davon deutscher war merkte ich erst auf dem Weg zu Stephanos Bleibe, nachdem er mich auf mein T-Shirt an sprach.

Apartheit Museum DSCF7884 Wir entschlossen uns wegen dem bewölkten Wetter einen Museums-tag einzulegen. Stephan sagte vorab, dass wir uns auf sehr viel zu lesen vorbereiten sollen. Das Problem war, dass gar alles auf Englisch war und ich mit meinem alten Schulenglisch manchmal an meine Grenzen kam. Im Eingangsbereich bekamen wir eine Karte, auf der man einer Rasse zugeordnet wurde und anschließend auch den dafür zur Verfügung stehenden Eingang verwenden musste. Die Zuordnung erfolgte durch Kriterien wie äußeres Erscheinungsbild, allgemeine Akzeptanz und Ansehen. Weil viele der Kriterien von der sozialen Zuordnung abhängen gab es die Möglichkeit einen Antrag auf Änderung zu stellen. Aus diesem Grund gab es zum Beispiel auch farbige, die im Pass aber weiß stehen hatten und auch als solche behandelt wurden. Am meisten Wert wurde auf Nelson Mandelas Geschichte gelegt. Es gibt einen Zeitstrahl, in dem sein ganzes Leben bis zum Tod genauestens, soweit möglich auch bildlich erfasst und nieder geschrieben wurde. Wir verbrachten 4 Stunden darin.

DSCF7888 DSCF7889 DSCF7897 DSCF7895Zurück bei Stephano gab es super Neuigkeiten, denn Allen, ein Freund aus Taiwan und Lenny, aus Zimbabwe kamen zum Abendessen. Wir kannten beide zuvor nicht, aber ahnten schon, dass es ein super Abend werden würde. Es war eine lustige Runde voller interessanter Leute. Nach einem kurzen Gespräch über Österreichisches Bier holte Corinna unseren Schnaps heraus, was meist kein gutes Ende hieß. Lenny probierte ein Stamperl und trank es wie Wasser. Es dauerte nur wenige Minuten, bis wir ihn leer getrunken haben. Ich bin mir nicht sicher, was die Leute aus Zimbabwe so trinken, aber Schnaps ist doch auch nicht so ohne, oder? Etwas später zählten wir auf, was noch alles auf unserer To-Do-Liste stand. Allen war absolut begeistert und begleitete uns anschließend mehrere Tage. Bereits am folgenden Morgen machten wir uns auf den Weg. DSCF7914DSCF7927 DSCF7946Cradle of Humankind – Wiege der Menschheit

Ein absolutes Muss für Leute, die am Ursprung der Menschheit interessiert sind. Aufgrund der Zahlreichen Funde in dieser Gegend wurde bestätigt, dass der Ursprung sämtlichen Menschlichen Lebens in Afrika ist. Das Museum selbst erregt nicht sehr viel Aufsehen. Es gibt einiges zu lesen und nur wenige Knochenstücke, bzw. Nachbildungen. Super fand ich die visuelle Präsentation der Entstehung der Erde und wie unsere Vorahnen sich von Zeit zu Zeit weiter entwickelten. Der Gedanke, dass wir von den Affen stammen erwies sich als falsch. In Wirklichkeit stammen die Affen und wir von den selben Vorahnen ab. Der Unterschied ist nur, dass wir uns jeweils in eine andere Richtung weiter entwickelt haben. Man fand Fußspuren von affenähnlichen Vorahnen, der bereits vor Millionen von Jahren mit aufrechtem Gang entlang eines Vulkanes ging. Vollkommen von Thema gefesselt entschieden wir die Tour in eine der Ausgrabungsstätten zu buchen. DSCF7947 DSCF7935 DSCF7937DSCF7931DSCF7960 Sterkfontein Cave

Eine Kurze Fahrt davon entfernt befinden sich die Sterkfontein Cave. In ihr wurde ein kompletter Körper eines unserer Vorfahren gefunden und zahlreiche weitere Fossilien. Was wir davor aber nicht wussten war, dass es nicht gestattet ist die Ausgrabungsorte zu sehen. Im Endeffekt war es ein Gang durch eine nett ausgedrückt: „nicht so schöne“ Höhle mit Stalakmiten, -titen und –naten. Uns wurde zwar auf dem Weg zur Höhle einiges über die Ausgrabungen erzählt und auch die Abzweigung, zu der es zum interessanten Teil ging gezeigt, aber wenn ich mir etwas vorstellen möchte, lese ich ein Buch und buche keine Tour..

Gold Reef City

Der eigentliche Grund, warum wir dort hin gingen war die Tour durch die Gold Miene. In Deutschland und Österreich hatten wir zuvor schon andere Mienen gesehen, doch nie eine, in der Gold abgebaut wurde. Dieses Mal waren die Erwartungen gleich null. Es werden 2 Stunden für die komplette Tour benötigt, jedoch nur 30 Minuten in der Miene. Den Rest der Zeit verbringt man mit einem Film und einer kurzen Show, in der 2 Leute das gießen eines Goldblockes demonstrieren. Wer zuvor noch in keiner Miene war wird sehr beeindruckt sein. Die früheren Abbauweisen mit Pickel und Schaufel wurden nur kurz und knapp geschildert, doch wenn sie den Luftdruckbetriebenen Schremmhammer einschaltete, konnte man anschließend das Pfeifen in den Ohren hören. Die alten Schächte und Fluchtwege die während der Sprengungen zur Verfügung stehen machten uns ein Bild, wie dünn die Arbeiter früher sein mussten.
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Wer jedoch zuvor eine Führung im Rammelsberg erlebt hat wird vollkommen enttäuscht sein. Das Niveau hier ist total anders, was sich und auch in der Motivation der Guides wieder spiegelt.
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Gold Reef City Theme Park

DSCF8105 Wie bereits vorher erwähnt, wollten wir nur in die Miene, doch es war zu verlockend das ganze Paket mit dem Theme Park zu buchen. Ich muss dazu sagen, dass ich normalerweise kein Freund von Achterbahnen bin. Zu meiner Verwunderung, hat mir das Fahren schlussendlich Spaß gemacht. Der Park ist recht klein, aber was Preis/ Leistung an geht dennoch empfehlenswert für Leute die mal zwischen all den Museen einen Fun-Tag einlegen wollen. DSCF8133 DSCF8141 DSCF8169 Rhino & Lion Nature Reserve DSCF8328 Auf unserem Trip in den Krüger Nationalpark bekamen wir leider nicht alle Tiere zu sehen. Aus diesem Grund entschieden wir zusammen mit Allen dieses Natur Reservat zu besuchen. Es gibt die Möglichkeit auf ein verbilligtes Ticket zusammen mit der Wonder Cave Tour. Beim Tor wurde uns klar, dass wir keinen besseren Tag hätten finden können. Die Tiere werden um 13:00 gefüttert und mal ehrlich. Jeder möchte doch sehen, wie sich Wild Dogs, Löwen und Geparden auf essbares stürzen. Alle 3 Tierarten wurden in einem eigenen großen umzäunten Gehege gehalten. Laut den Rangern würden sie sonst den recht klein wirkenden Park leer futtern. Im Endeffekt fuhren über 50 Autos von Gehege zu Gehege, um sich im Kreis um eine Grünfläche zu stellen und zuzusehen, wie die Wild Dogs und Geparden ein paar Rippchen bekommen. Atemberaubend fand ich das nicht, denn ich kenne Menschen, die genauso wie die essen. Mit den Pfoten die Rippchen halten und genussvoll abbeißen 😉 Auf dem Wagen hatten sie noch ein totes Pferd, dass sie den Löwen vor die Nase schmissen. Die waren mit Abstand am beeindruckendsten. Voller Freude knabberten und rupften sie herum, fanden aber dennoch die Zeit sich immer wieder miteinander zu streiten. DSCF8349 DSCF8397 DSCF8362 DSCF8434An diesem Tag hatten wir noch ein weiteres Mal Glück, denn es gab die Möglichkeit mit mehreren Tigerbabys und einem dressierten Geparden zu spielen. Die niedlich wirkenden Babys sind verspielter als Katzen und beißen auch gerne mal in die Schuhe. Allen hatte eine rote Umhängetasche, auf die sie sich zu 3. stürzten. Ich war so mit fotografieren beschäftigt, dass ich nicht merkte, dass hinter mir eines angeschlichen kam und sich auf meinen Rucksack warf. Am Ende hatte es jeder mit 1-2 Kratzern an Armen oder Beinen überlebt und konnte es voller Stolz von seiner Liste abhaken. DSCF8559 DSCF8630 DSCF8557 DSCF8531 DSCF8585DSCF8698  DSCF8251 DSCF8241 DSCF8500 DSCF8691DSCF8730 DSCF8702 Wonder Cave

Nach dem Sterkfontein Cave-Fiasko fanden wir im Internet eine andere Höhle, die von zahlreichen Leuten empfohlen wurde. Sie befindet sich im Rhino and Lion Nature Reserve und ist auch ohne die Zahlung vom Parkeintritt buchbar. Eine steile Stiege führt 90 Tritte in die Tiefe zu einem Lift. Von diesem aus bekommt man einen schönen Blick in die 125 x 154 Meter große Höhle. Es gleicht einer riesigen Halle mit zahlreichen Gesteinsformationen. Mehrere Wege und auch eine Ecke, in der Archäologen die Ausgrabungen scheinbar beendet haben ist zu sehen. Es sind die versteinerten Knochen von einem Affen deutlich erkennbar. Laut dem Guide haben hier früher die Italiener Kalk abgebaut, doch bis auf wenige fehlende Gesteinsformationen und einem alten Gleis ist davon nichts mehr zu sehen. DSCF7972 DSCF7985 DSCF7999DSCF8283Soweto

Stephano und Allen wollten uns am letzten Tag noch diesen beeindruckenden Stadtteil zeigen. Als die Rassenzuordnung begann, wurden die schwarz zugeordneten in Städte wie diese vertrieben. Soweto steht für South Western Townships. Wir waren uns alle sicher, dass so gut wie niemand der dort wohnt weiß, wofür Soweto eigentlich steht. Die Vilakazi Street ist die wohl bekannteste Straße. Nobelpreisträger wie Nelson Mandela und Desmond Tutu haben dort fast gegenüber von einander gelebt. Nicht weit entfernt von der Straße befindet sich ein steiniger Hügel. Es scheint die einzige Erhebung zu sein, denn von diesem bekommt man den wohl besten Ausblick überhaupt und ein Gefühl, wie riesig Soweto eigentlich ist. Anschließend gingen wir noch ein paar Afrikanische Spezialitäten essen. Hier ist es ganz normal, dass jeder nur einen leeren Teller bekommt und mehrere Vor- und Hauptspeisen für alle zusammen bestellt werden (Foodsharing). Ich habe leider keine Ahnung mehr, was auf diesem Tisch lag. Wir vertrauten auf den Geschmack von Stephano und Allen, weil die Karte für uns fast unleserlich war. Gekostet haben wir von dem traditionellem Essen so gut wie alles. DSCF8768 DSCF8837DSCF8823 DSCF8848 DSCF8838 DSCF8840 DSCF8777 DSCF8819 DSCF8822 DSCF8787 DSCF8859 DSCF8857 DSCF8855 DSCF8854 DSCF8853

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