Wüstentraum und Pferderitt

Nach den recht unspektakulären Nasca Linien wollten wir nun endlich wieder einmal etwas Aktionreiches erleben. Von Corinna kamen Vorschläge, wie Bungee Jumping, Wildwasser Rafting, Tandemspringen und noch viel mehr. Letztendlich wurde daraus eine Buggy Tour durch die Wüste und Sandboarding. Es klingt zwar recht lanweilig, war aber der absolute Hammer.

Wir machten uns mit Bus und Taxi auf den Weg zu einer Oase namens Huacachina. Sie befindet sich gerade mal 15 Minuten mit dem Taxi von Ica entfernt, ist aber dennoch vollkommen von Sanddünen umrundet und bietet eine Vielzahl an Wintersportmöglichkeiten. Das heißt, wenn man das Wort Winter mit Sand ersetzt 😉

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Bereits vor unserer Ankunft schlossen wir uns wegen demselben Ziel mit der Vegetarierin Elena zusammen. Ohne sie hätten wir nie bemerkt, dass es in Südamerika beinahe unmöglich ist vegetarisches Essen zu bekommen. Überall wird nur Hühnchen, Rind, oder Fisch mit verschiedenen Beilagen angeboten. Kurz bevor wir an unserem endgültigen Ziel in Huacachina an kamen stellten wir uns noch in Ica der Herausforderung und fanden bereits nach 45 Minuten in einem Markt ein geeignetes Restaurant. Restaurant ist genau genommen das falsche Wort. Es handelte sich viel mehr um duzende Verkaufsstände, umzingelt von einheimischen.

In Huacachina angekommen waren alle sehr über die Preise überrascht. Pro Übernachtung variierten sie zwischen 5 und 150 € pro Person. Es entsprach zwar nicht alles demselben Standard, doch unsere Anforderungen waren inzwischen sehr gering, sodass die Wahl sehr schnell viel und wir uns um die Unternehmungen kümmern konnten. Letztendlich schlossen sich uns noch 2 weitere Leute an und aus uns beiden wurden: Elena, Gui, Jy, Corinna und Ich. Kurz gesagt eine sehr lustige Truppe zum Sandboarden.

Doch vorher wollten wir noch den Sonnenaufgang um 5 Uhr Morgens ansehen. Für den möglichst besten Ausblick, brauchten wir eine halbe Ewigkeit bis auf die passende Düne. Ein Schritt vor, 2 zurück, dann wieder 3 zurück und so weiter und so weiter. Es ist unvorstellbar, wie anstrengend es sein kann auf einen Sandhügel zu klettern 😉 Einige Pausen später schafften wir es dann endlich und bekamen einen Traumhaften Ausblick auf die etwas entfernt gelegene Stadt und die darum liegende Wüste. DSCF7349-1A

Nach ca. 30. Minuten Startete dann auch der Sonnenaufgang, für die Frauenwelt (Corinna), war das super Romantisch. Ich hingegen schüttelte meine Socken aus und wartete auf den Abstieg. Zum Abschluss rannten wir binnen weniger Sekunden in vollem Karacho die Düne runter. Probiert das unbedingt mal aus, es macht einen Heiden Spaß =)

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DSCF7432-1Nach diesem Traumhaften Start in den Tag, sahen wir uns die kleine Oase an und genossen die Sonne, bis es dann Abends um 16:30 mit dem Buggy rein in die Wüste ging.

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Für den Fahrer schien es Alltag zu sein, denn kaum aus dem Dorf raus, drückte er so richtig auf die Tube und überholte einen Buggy nach dem anderen. Kennt ihr das Gefühl, wenn ein Hubschrauber auf eine Bergspitze zu fliegt und man nicht weiß, was dahinter kommt? Genau das hatten wir 100e Male. Eine Achterbahn ist nichts dagegen, denn dort weiß man zumindest, dass die Schienen und Sicherheitsbügel einen vom Tod bewahren können und vor allem auch wie die Strecke aussieht. Hier allerdings hatte man lediglich Sicherheitsgurte, die sich weder festziehen ließen, noch beim Anschnallen richtig eingerastet sind.

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Nach einigen Minuten Fahrt blieben wir auf einem großen Hügel stehen und bekamen Holzbretter mit Bändeln, die mittels Klettverschlüssen verbunden werden konnten. Quasi eine Art selfmade Snowboard in der Deluxe Version. Die Meisten schmissen sich liegend darauf und schossen sofort einer nach dem anderen die Düne hinunter. Ich und Gui wollten es als einzige im Stehen versuchen. War ja klar, dass es in die Hose ging und wir ordentlich im Sand badeten, aber ich versuchte es dennoch weiter bis zur letzten Düne. Wahrscheinlich taucht in den nächsten Wochen irgendwo ein Video von mir auf, denn einige Touristen filmten mich jedes Mal, sodass meine Fahrten die Dünen in den Schatten stellten. DSCF7492

DSCF7520 Etwas später bekamen wir noch den Sonnenuntergang in der Wüste zu sehen und machten uns auf den Rückweg zum Hostel. Alles in allem war es trotz meiner Sicherheitsbedenken einen Riesen-Spaß und wir würden es auf jeden Fall wieder machen 😉 Wir beendeten den Tag mit sehr viel Sand an Stellen, wo er nicht sein sollte und ein paar wenigen Drinks, denn..

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DSCF7589DSCF7574-1DSCF7601Für uns startete die Weiterreise bereits schon früh morgens um 06:00 Richtung San Pedro de Casta. Ehrlich gesagt hatten wir noch keine Ahnung, wie wir genau dahin kamen, aber wir wollten unbedingt das Marcahuasi Plateau ansehen, welches uns ein Kanadier wärmstes empfahl. Manche behaupten dort UFOs und andere Dinge gesehen zu haben, andere wiederum lediglich ein paar Steinhaufen in einem Gebirge.

Nach erfolgreichem durch fragen sieht die Anreise wie folgt aus:

Anreise Marcahuasi

In San Pedro sind wir erst am sehr späten Abend angekommen, hatten allerdings Glück, denn Frank, ein einheimischer und mittlerweile auch Freund, den wir im Bus kennen lernten, besorgte uns ein super Hostel. Am nächsten Morgen begleitete er uns und besorgte Corinna ein Pferd, sodass sie die 2-Stündige Wanderung von 3.000 auf 4.000 Höhenmeter nicht zu Fuß machen musste. Wir hatten uns vor kurzem darüber unterhalten, dass es cool wäre, einmal mit einem Esel auf einen Berg hinauf zu „reiten“. Als uns der Kanadier erzählte, man kann einen Esel für umgerechnet 3 € Mieten um hoch zu laufen, nutzten wir die budget freundliche möglichkeit. Statt eines bockigen Esels bekamen wir dann ein kleines Pferd, was für uns aber auch OK war. Schlussendlich waren wir sehr froh über unseren Wanderkollegen, denn die Luft wird auf dieser Höhe sehr dünn und ich konnte Corinna meinen Rucksack aufs Pferd geben. Für mich war es sehr anstrengend vom Pferd den Berg hinauf gehetzt zu werden, aber ich habe es überlebt und muss sagen, dass für die Wanderung schon eher 2 ½ Stunden, oder mehr einzuplanen sind. Am besten ist es, früh morgens um 5 Uhr los zu laufen, denn bereits um 10 Uhr kann der Nebel kommen und einem die Sicht versperren.

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DSCF7755Das Plateau ist keinesfalls eine kleine gerade Fläche. Es ist sehr weitläufig und mit zahlreichen Felsformationen, die sowohl Menschen, als auch Tieren ähneln versehen. Eine davon sieht haargenau, wie Michael Jackson aus, jedoch sah ich nur Abbildungen und konnte sie leider nicht finden. Vielleicht ist sie mit seinem Tod verschwunden. Holt auf jeden Fall den Flyer, im Tourismuszentrum, denn auf diesem sind alle Formationen beschrieben. Manchmal ist es garnicht leicht das ebgebildete zu sehen. Der Winkel ist sehr entscheidend. Bereits nach 3 ½ Stunden hatten wir genug gesehen und machten uns auf den Rückweg nach San Pedro und von dort weiter nach Lima. Viele nutzen das Plateau zum Campen, was auch deutlich durch den vielen herum liegenden Müll zu erkennen ist. Sehr schade um die wunderschöne Landschaft.

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DSCF7838DSCF7887Lima hat an sich nicht sehr viel zu bieten. Es gibt die San Francisco Basilika, mit der wohl schönsten Bibliothek und der wohl beeindruckensten Decke die wir je gesehen haben. Sie wurde komplett ohne Nägel, Kleber, ect. konstruiert. Die Kirche hat auch eine super Führung in die Katakomben, die ich jedem wärmstens empfehlen kann. Leider war es nicht erlaubt Fotos zu machen, doch die Bibliothek und die Decke wollten wir unbedingt haben und entschieden uns 2 Postkarten zu kaufen.

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DSCF8048An unserem letzten Abend in Lima besuchten wir den Parque de la Reserva mit seinen wunderschönen Springbrunnen. Sie haben extra einen für Kinder errichtet, auf dem sie herum springen können und sogar einen für die großen Kinder unter uns. Stellt euch einen riesigen Kreis vor, der viele Ringe bestehend aus tausenden Düsen hat. Alle schossen gleichzeitig in unregelmäßigen Abständen Wasser in die Höhe. Nur in der Mitte war man vollkommen sicher, doch um da hin zu kommen, müssen erst sämtliche Wasserringe überquert werden. Zwischen den Ringen gibt es circa einen Meter Platz, was aber keine Garantie war, vollkommen trocken zu bleiben. Es gab nähmlich noch 4 Fontänen, die von außen schräg herein spritzen. Einmal davon getroffen, ist man so nass, dass alles weitere vollkommen egal ist. Schaut euch das unbedingt an und keine Angst, ihr werdet nicht die einzigen großen „Kinder“ sein 😉

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DSCF8164DSCF8156DSCF8243 DSCF8194Was bei einem Besuch in Lima auch dazu gehört, ist auf alle fälle der Besuch in dieser Bar. Sie befindet sich in einer wunderschönen alten Villa. Jeder Raum ist individuell gestaltet und hat auf seine Art seinen Reiz. Jose, Corinna & Ich entschieden uns für den Raum mit der Bunten Wand daneben 🙂

DSCF8078 Der Gang ins Meer durfte für uns nicht fehlen da Jose und somit auch wir direkt am Strand wohnten. Der Strand ist zwar nicht der schönste und das Wasser gerade mal 20 Grad kühl, aber das gehört einfach dazu. Schafft man es erstmal hinein, ist es zum Schwimmen sehr angenehm. An unserem letzten Abend saßen wir an die Klippe von Chorillos ( ein Stadtteil von Lima ) und genossen den Sonnenuntergang mit einem Abschieds-Drink.

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Hier noch ein par Impressionen für euch:

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